Wasserstoffantrieb: China – mal umweltfreundlich

Weltmacht China erstickt im Smog wie einst das Ruhrgebiet. Nicht nur der Umwelt zuliebe muss es die Luftverschmutzung unter Kontrolle bringen. Dafür haben chinesische Ingenieure eine pfiffige Idee entwickelt. (Foto: Jialiang Gao)

Zuletzt sorgt ein dichter Smog über der chinesischen Hauptstadt für großes Aufstehen in der Welt. Man hatte es schon geahnt: Irgendwann wird China die Quittung für die haltlose Industrialisierung und das rücksichtslose Wachstum bekommen. Deutschland und ganz besonders das Ruhrgebiet kennen die Folgen der Luftverschmutzung sehr gut.

Auf dem Höhepunkt des deutschen Wirtschaftswunders verschwanden die Ruhrgebietsstädte hinter dicken Nebelschleiern aus Russ. Ein Umstand, der die Politik und die Bevölkerung wachrüttelte. In den diversen Museen des Ruhrgebiets können nicht nur die beeindruckenden Panoramabilder, sondern auch die rußschwarzen Filter der Messgeräte von damals betrachten.

Nicht nur der Umwelt zuliebe

Das Ruhrgebiet hat damals gehandelt. Womöglich wurde ein Grundstein für das Umweltbewusstsein gelegt, für das die Deutschen heute weltweit bekannt sind. Jetzt ist China im Zugzwang und muss handeln. Nicht nur der Umwelt und der Gesundheit seiner Menschen zuliebe. Die Luftverschmutzung muss nachhaltig beseitigt werden, damit das Land nach den USA die Poleposition der Wirtschaftsmächte halten kann.

Chinesische Ingenieure haben jetzt die weltweit erste Straßenbahn mit Wasserstoffantrieb entwickelt. Dieser Schritt ist sinnvoll. Zum einen entlasten öffentliche Verkehrsmittel nicht nur die Straßen. Der Wasserstoffantrieb macht die Straßenbahn unabhängig vom Strom, das in China überwiegend von luftverschmutzenden Kohlekraftwerken geliefert wird.

Drei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Mit 500 Milliarden Euro gerüstet, will China bis 2020 Straßenbahnnetz in 36 Städten ausbauen. Damit erlebt die Straßenbahn, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Höhepunkt kannte, eine Renaissance. Mit dieser Maßnahme möchte man heimatliche Industrie befördern. Bisher bauten vor allem französische Unternehmen das Straßenbahnnetz. Das soll sich jetzt ändern. Chinesische Unternehmen werden bevorzugt behandelt.

Vielleicht wird ein Nebeneffekt dieser Entwicklung auch sein, dass in der chinesischen Bevölkerung ein größeres Umweltbewusstsein entwickelt wird. Denn den Menschen müssen auch motiviert werden, auf das Auto zu verzichten, damit sie die Straßenbahne benutzen.  

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