Die Digitalisierung verschiebt Märkte. Entsprechend wächst der Bedarf an Innovatoren, wobei eine unpopuläre Methode abhilfe leisten kann: Intrapreneurship.

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„Viele Unternehmen gehen neue Wege auf der Suche nach radikal neuen Geschäftsideen – der Digitalisierung wegen.“ Das sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Dabei gehen Viele Kooperationen mit Startups ein, investieren in junge Unternehmen oder kaufen sie. „Nur eine Minderheit setzt auf die Kreativität der eigenen Mitarbeiter“, wundert sich Berg.

Gerade einmal sieben Prozent der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern haben spezielle Programme oder Projekte angestoßen, damit Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens neue Geschäftsideen entwickeln können. Man spricht hier auch von Incorporate Entrepreneurship oder Intrapreneurship.

Ungenutztes Potential

In kleineren Betrieben mit 20 bis 99 Mitarbeitern setzen sogar nur sechs Prozent dieses Instrument ein, 14 Prozent diskutieren darüber bzw. planen dies. In mittelständischen Betrieben mit 100 bis 499 Mitarbeitern nutzen 14 Prozent Intrapreneurship, 21 Prozent diskutieren darüber. In Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten fördern dagegen bereits 22 Prozent Intrapreneurship-Projekte, 24 Prozent denken darüber nach. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft unter 604 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Unternehmergeist findet sich in jedem Unternehmen, unabhängig von seiner Größe – man muss nur bereit sein, ihm Zeit und Raum zu geben.“, so Berg. Entsprechend empfiehlt er über die Kooperation mit Start-Ups oder die Digitalbranche hinaus des Unternehmens wichtigstes Kapital einzubeziehen: Die eigenen Mitarbeiter.

Erste Maßnahmen – viele Hürden

Unternehmen, die bereits konkrete Maßnahmen zur Förderung von Intrapreneurship ergriffen haben oder diese planen, stellen vor allem Ressourcen wie Geld, Räume oder technische Geräte zur Verfügung, fast ebenso viele bieten Weiterbildungen oder Coachings für Mitarbeiter an. In jedem fünften dieser Unternehmen werden Projektteams gebildet, die sich zeitweise oder sogar dauerhaft aus dem Tagesgeschäft zurückziehen können, um neue Ideen zu entwickeln. 17 Prozent unterstützen ganz konkret die Ausgründung von Startups aus ihrem Unternehmen.

In den Unternehmen, die sich bislang noch nicht mit Intrapreneurship beschäftigt haben, gibt es dafür zwei Hauptgründe: Fast jeder zweite Befragte gab an, das Konzept ihnen unbekannt sei. Rund ein Drittel sehen darin kein Sinn. 18 Prozent sagen, der notwendige Ressourcenaufwand sei zu hoch, 13 Prozent sehen einen fehlenden Rückhalt bei den Mitarbeitern und 12 Prozent beklagen mangelndes Know-How im Unternehmen. Und sieben Prozent der Befragten geben an, es fehle an Rückhalt für die Idee in der Geschäftsleitung.

Fazit

Aus den Studienergebnissen lässt sich ein klares Problem ablesen: Das Konzept ist unpopulär, erfordert zudem ein Maß an Ressourcen und Expertise. Sofern diese Grundlage gegeben ist, lehnt lediglich eine Minderheit von sieben Prozent die Prozedur ab. Dies spricht für die Methode. 

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Tatsächlich zeigt sich ihr Erfolg in der Start-Up Szene, in der kleine, spezialisierte Teams mit teils geringsten Mitteln großes Bewegen können. Die Grundlage dafür ist Freiraum für Innovationen – ein Aufruf, dem immerhin 51 Prozent aller an der Studie teilnehmenden Unternehmen folgen, indem sie Räumlichkeiten und technisches Gerät zur Verfügung stellen. Mit dieser Basis können Konzepten entwickelt, zusammengefasst und von entsprechenden Stellen gefördert werden können. Ein lohnenswertes Unterfangen. (bitkom/forgsight)

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