Konzern Aussteiger: Eine bewusste Entscheidung für das Glück

Manche Arbeitnehmer erkennen sowohl die Bedeutung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, als auch die Gefahr eines Burnouts. Nicht selten kündigen sie ihre sicheren Arbeitsplätze um ein Jahr zu verreisen, sich selbst zu finden oder einen geeignete Arbeit zu suchen, die sinnstiftend ist. Aussteigern hilft die auf Eigeninitiative gegründete Beratungsorganisation und Jobbörse „Escape the City“ aus London. (Foto: escapethecity)

-von forgsight

Den sicheren Job mit Karriereaussichten riskieren und kündigen? Wieder zu sich finden oder einer Beschäftigung nachgehen, die sinnstiftend ist? Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist jeder dritte Arbeitnehmer unzufrieden mit seinem Job und gibt ihm die Note „mangelhaft“. Lediglich 47 % der Arbeitnehmer arbeiten hoch motiviert. Dies führe zu höheren Schäden des Unternehmens oder Konzerns, denn unter dauerhafter negativen Stimmung unter Kollegen, sowie Stress und Zeitdruck bei der Arbeit, leide die Qualität dieser. Vor allem Konzernarbeiter seien häufiger mit Stress konfrontiert und müssen einem gewissen Leistungsdruck – von innen oder außen – standhalten. Das Gefühl der Überforderung möchten manche nicht hinnehmen und kämen zur Erkenntnis, dass letztendlich Geld „nicht alles“ sei. Diese Aussteiger begründetenn ihre Kündigung durch Dauerstress, Ohnmächtigkeit gegenüber den Anforderungen, der schlechte Beziehung gegenüber dem Chef oder Kollegen, sowie die Entgrenzung des Arbeits- und Privatlebens. Viele durchlebten erst einmal einen langen Prozess, welcher mit Burn out oder eine Depression enden kann.

Doch wieso fällt es vielen so schwer? Das Aussteigen aus dem möglich 2-25 jährigen Job ist nicht jedermanns Sache. Laut der Arbeitspsychologin Ute-Christine Klehe würden die meisten Menschen eine „Beziehung“ zu ihrer Arbeit „wie zu einem Ehepartner“ aufbauen. Die Karriere würde als „Verbindung fürs Leben“ angesehen. Die Trennung davon ginge immer mit „Ängsten, Traurigkeit und Selbstzweifel“ einher. Andere wiederum fürchten, dass sie keinen festen Job mehr bekommen würden, wenn sie selbst kündigen.

Diesen Aussteigern will jetzt „Escape the City“ eine Londoner Beratungsorganisation und Jobbörse helfen. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt Aussteigern unter die Arme zu greifen, ihnen eine sinnstiftende Perspektive zu zeigen oder einfach einen Job zu vermitteln, der ihren Vorstellungen eher entspricht. „Escape the City“ gründeten auf Eigeninitiative die zwei „Aussteiger“ Dom Jackman und Rob Symington. Sie selbst kündigten ihre Jobs und gründeten das Portal, um anderen eine Perspektive bieten zu können und ihnen zu vermitteln, dass sie nicht allein sind. Bis auf die angebotenen Wochenendeseminare ist das Portal noch kostenlos. Nach London, USA und Deutschland möchten die beiden Kollegen weiterhin international agieren und weltweit ihren Service online anbieten. (Spiegel-online/ Escape the City/ forgsight)

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