Deutschland wirbt um mehr ausländische Studenten

Die Zahl ausländischer Studenten an deutschen Universitäten wird immer höher. Waren früher die USA der dominierende Partner im akademischen Austausch, ist heute deutlich eine Gewichtsverlagerung in Richtung Eurasien zu erkennen. (Foto: rtr)

-von forgsight

Die Zahl der ausländischen Studierenden aus Europa in Deutschland steigt. Der Grund dafür ist das deutsche Bildungssystem, das sich ständig wandelt. Dies wiederum ist ein laufender Prozess, dessen Resultate sich seit den 60er-Jahren immer stärker bemerkbar machten. Die Anzahl der deutschen Studenten und mit ihr auch die von internationalen Studenten an den Universitäten hat sich seitdem verzehnfacht. Anfangs war eine starke Dominanz der USA zu erkennen, doch Ende der 90er- Jahre nahmen die Europäer im akademischen Bildungsbereich zu und verdrängten damit die Amerikaner. Diese Veränderung ist wahrscheinlich auf die vielen höheren Bildungseinrichtungen zurückzuführen, die nach dem Mauerfall in den neuen Bundesländern gegründet oder ausgebaut wurden.

Inzwischen kommen 280 000 Studenten in Deutschland aus anderen Ländern, das entspricht etwa zehn bis zwölf Prozent aller Studenten. In den 80er-Jahren lag diese Zahl noch bei sechs Prozent. Auch sind zukünftige Eliten eurasisch ausgerichtet. Momentan gibt es insgesamt 600 000 Studenten an den deutschen Universitäten. Dazu kommen etwa weitere 140 000 Studierende an privaten Einrichtungen, die allerdings nicht in die offiziellen Statistiken mit hineingerechnet werden.

Schätzungsweise sind die zurückgehenden Zahlen der amerikanischen Studenten auch auf die insgesamt geopolitisch abnehmende Bedeutung dieses Landes zurückzuführen. Von 82 Prozent der ausländischen Studenten in Deutschland sind nur noch zwei Prozent aus Kanada oder den USA. Der Großteil hingegen kommt aus europäischen oder asiatischen Ländern. Dabei gewinnen insbesondere auch Länder wie die Türkei, China, Indien und Russland an Bedeutung. (dtj/forgsight)

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