Fastfood orientalisch – Löst Falafel den Burger bald ab?

Nach dem Fastfood ist vor dem Fastfood – aber anders, so der Eindruck, wenn man sich die Trends in der Systemgastronomie anschaut. Sitzen McDonald’s und Co. auf dem absteigenden Ast? (Foto: Zhangyang)

Man mag es kaum glauben. Alle Dönerläden in Deutschland machen gemeinsam mehr Umsatz als McDonald’s und Burger King zusammen. Obwohl also der Markt dazu existiert, gibt es keine Big Player. Gelingt es den Arabern nun  das, was den Türken in Deutschland bisher nicht gelungen ist.

Haben McDonald’s und Co. ihren Höhepunkt hinter sich?

“Just Falafel Street Food” aus Dubai könnte dieser Durchbruch gelingen. Das Franchise-Unternehmen bietet seine Falafel-Snacks neben den arabischen Ländern wie Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien, Ägypten nun auch in den USA, Kanada und Australien an. Mohamed Bitar, Gründer und Chef von JF Street Food, zeigt sich auch in Richtung Europa ambitioniert.

Zu seinen Zielen gehört der Aufbau von Filialen in Berlin und Amsterdam. Insgesamt strebt er an, bis 2017 60 Filialen in den Benelux-Ländern aufzubauen. So soll das Geschäft insgesamt auf über 310 Filialen weltweit anwachsen.

Insgesamt stehen die Zeichen für Alternativprodukte zu Burgern sehr gut. Der Markt für McDonalds und Co. ist rückläufig. Der Aufwärtstrend der Fastfood-Ketten scheint einen Sättigungspunkt erreicht zu haben. Die Kunden erwarten andere Konzept wollen aber die Attribute des Fastfoods wie eben die Schnelligkeit nicht verzichten. Fast casual scheint die Fortentwicklung des Fastfood-Konzepts zu sein.

Fast Casual: frische Zutaten, frisch zubereitet – aber schnell

Hier in Deutschland hat Vapiano mit seinem Italianfood als eine der ersten Restaurantketten dieses Konzept mit durchschlagendem Erfolg eingeführt. Der Unterschied zu McDonald’s und Co. besteht darin, dass frische Zutaten verwendet werden, die auch frisch zubereitet werden, während man seinem festgeschraubten Tischen und Stühlen wartet bis der Summer meldet, dass man seine Bestellung abholen kann.

Überhaupt kann man beobachten, wie der Imbiss- und Fastfood-Markt in Deutschland immer vielfältiger wird. Zum Burger zwischen Brotscheiben sind über den Döner und Falafel hinaus weitere exotische Kulinarien hinzugekommen. Wer es gerne vegan und scharf bis sehr scharf mag, kann seit einiger Zeit die türkische Spezialität “Ciğköfte” genießen. Das sind rohe Bulgurbällchen, die stark gewürzt sind und mit knackigem Salat, Gurken und Tomaten sowie einer spezieller Soße serviert werden.

Food To Go, Casual Dining, fusion cuisine

Oder Suppen. Jeden Tag eine andere Suppenvariation aus allen Ecken der Welt mit manchmal exotischen Zutaten. Auch Asiafood-Anbieter lassen sich Food-to-Go-Varianten ihrer bewährten Rezepte einfallen. Ein weiterer Trend ist die “Fusionküche”. Hier werden nationale Esskulturen zu einem Gericht kombiniert. Da kann es vorkommen, dass neben dem Burger frittierte Garnelen nach vietnamesischer Art auf dem Teller Platz einnehmen.

Ob der Falafel den Burger den Rang ablaufen wird, wird man noch sehen. Eins ist jetzt schon klar: Der neue Fastfood wird mit frischen Zutaten frisch zubereitet und wird vor allem vielfältig und exotisch.

 

Über Kamuran Sezer 67 Artikel
Kamuran Sezer, Jg. 1978 und Diplom-Sozialwissenschaftler, ist seit 2006 als Trend- und Zukunftsforscher tätig. Mit seinem futureorg Institut berät und forscht er zum Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Weitere Informationen finden Sie unter www.kamuran-sezer.com

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