Wasser: Schieben statt Tragen

Rund 800 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, berichtet die UN. Eine gute Idee und ein einfaches Vehikel erleichtern das Leben von vielen Familien in Afrika. Der Zugang zu Wasser ist dabei nicht der einzige Vorteil dieser Erfindung. (Foto: hipporoller.org)

Bald ist es wieder Sommer. Dann ist es Zeit für Eis und kalte Getränke, um den Körper abzukühlen, den man freiwillig der Hitze ausgesetzt hat. Wenn man mal akuten Durstnot hat, dann geht man zum nächsten Supermarkt oder gönnt sich ein Glas kaltes Leitungswasser in der Wohnung, wenn man mal vergessen hat, Mineralwasser zu kaufen.

Wasserknappheit ist kein Thema für unsere Breitengeraden. Gerade in den ökonomisch wohlhabenden Ländern haben mit 97% nahezu alle Menschen sehr guten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Beim Rest der Welt sieht es da ganz anders aus.

Wasser nur für 47% der Menschen

Während die Menschen in den Städten überall auf der Welt gut mit Wasser versorgt werden, ist die Situation auf dem Land schwierig, in manchen Fällen sogar akut. Dies betrifft vor allem die Länder südlich der Sahara. Gerade mal 47% der Menschen auf dem Land haben Zugang zum wertvollen Wasser, das man für Trinken, Kochen und Waschen benötigt.

Die UN schätzt, dass aktuell rund 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Prognosen bleiben ungünstig. (PDF) Zum einen verringert sich die Menge des verfügbaren Wassers. Zum anderen wird die Zahl der Menschen besonders in den Ländern ansteigen, in denen Wasser eh knapp ist.

Schieben statt Tragen

Während bei uns das Wasser fließt und mit aufwendigen Technologien wiederaufbereitet wird, müssen die Menschen in Afrika immer längere Wege zurücklegen. Die Bilder von afrikanischen Frauen, die auf ihren Köpfen schwere Lasten, darunter Wasserkanister, tragen, ist daher ein Bild, das fast jedem bekannt sein dürfte. Doch zumindest dieses Bild verändert sich allmählich. Denn statt Tragen ist in immer mehr Gegenden Afrikas Schieben angesagt.

Der Grund dafür ist der “Hippo Water Roller”. Dabei handelt es sich um einen runden Kanister, der ähnlich einem Rasenmäher vor sich geschoben werden kann. Dabei können bis zu 90 Liter Wasser bequem transportiert werden. Die Idee für “Hippo Water Roller” wurde bereits 1997 von zwei Ingenieuren aus Südafrika entwickelt.

46.000 Familien in 20 Ländern

Seitdem wurden der Hippo Water Roller in 20 afrikanische Ländern 46.000 Familien mit durchschnittlich sieben Angehörigen gespendet. Mit dieser simplen Vorrichtung wird nicht nur der Zugang zu Wasser erleichtert. Da sie größere Mengen Wasser mit weniger Kraftaufwand transportieren können, haben sie mehr Zeit und Kraft für andere Bereiche des Lebens, die sie verbessern können.

Mehr Informationen über das “Social Impact Project” findet man auf der Projektwebsite. Dort können Interessierte das Projekt unterstützen.

 

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