Städteranking 2015: Süddeutschland Hui – Ruhrgebiet Pfui!

Städte heute sind mehr als Straßen und Gebäuden. Sie müssen viele Herausforderungen bewältigen. Im Städteranking 2015 erfährt man, wo man die besten Zukunftsaussichten hat.  

Städte sind nicht nur Straßen, Gebäuden und Bürgerämter. Sie sind vor allem Sozial-, Wirtschafts- und Kulturräume, die Menschen und Lebensstile beherbergen. Gleichzeitig müssen sie eine Reihe von großen Herausforderungen bewältigen.

Ehemalige Großindustriegebiete wie das Ruhrgebiet, die lange Zeit von wenigen aber dafür ertragreichen Wirtschaftszweigen leben konnten, müssen seit dem Strukturwandel sich gut überlegen, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Denn diese werden dringend benötigt.

Land/Stadt-Flucht

Ein seltsames Phänomen des demografischen Wandels in Deutschland ist es, dass bei abnehmender Bevölkerungszahl die Einwohnerzahl der Städte wachsen. Denn immer mehr Menschen verlassen ihre ländliche Heimat in Richtung der Großstädte, wo sie bessere Versorgung und Arbeitsmarktlage erwarten.

Knappe Wohnräume, steigende Mietpreise, Installation einer neuen Ökonomie, Engpässe in der Infrastruktur. Zu dieser Liste von Herausforderungen kommen nun Flüchtlinge hinzu. Ihre Niederlassung, Qualifizierung und Integration in die jeweiligen Stadtgesellschaften ist ohne Zweifel eine Mammutaufgabe, die die Städte bewältigen müssen.

Geht es bergab in den deutschen Städten? Nein, keineswegs.

Die Studie “Städteranking 2015” der WirtschaftsWoche, Immobilienscout24 und IW Consult Köln zeigen, dass Städte die vielen Herausforderungen auf unterschiedliche Weise bewältigen. Manchen sind dabei erfolgreich, andere wiederum schneiden schlecht ab. In drei Rankings, in denen 93 Indikatoren zu vier Bereichen (Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Immobilien und Lebensqualität) zu Grunde gelegt wurden, wurden 69 kreisfreie Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern beurteilt.

Die besten Städte – und die Schlechtesten

Zu den “besten Städte” gehören München, Ingolstadt, Erlangen, Stuttgart und Frankfurt am Main. Als die “schlechtesten Städte” werden Gelsenkirchen als Schlusslicht, Herne, Oberhausen, Bremerhaven und Duisburg ausgewiesen. Oder kurz auf den Punkt gebracht: Süddeutschland Top, Ruhrgebiet Flop.

Die Autoren der Studie haben dabei drei unterschiedliche Ranking-Kategorien aufgestellt. Neben dem allgemeinen Niveau-Ranking, das die gegenwärtige Situation der Städte bewertet, wurde auch im Dynamik-Ranking die Entwicklung der Städte in den vergangenen fünf Jahren beurteilt. Das Besondere hierbei: 2009 ist das Basisjahr der Untersuchung. Damit konnte zum ersten Mal die Entwicklung der Städte jenseits der schweren Finanzkrisen 2007 und 2008 betrachtet werden.

Beste Zukunftsaussichten: Darmstadt

Neu ist die dritte Ranking-Kategorie: das Zukunfts-Index 2030. Mit diesem Ranking soll aufgezeigt werden, welche Städte für die Zukunft gewappnet sind. In 13 Einzelindikatoren beispielsweise zu Digitalisierung, Diversität und Qualität der Arbeitgeber, Hochschul- und Bildungslandschaft oder der Anteil der Hochqualifizierten in der Stadtbevölkerung wird die Zukunftsfähigkeit gemessen.

Darmstadt hat den Autoren der Studie zufolge die besten Zukunftsaussichten. Erlangen, München, Jena und Heidelberg folgen ihr. Bei den Schlusslichtern strahlt das Ruhrgebiet: Auf Hamm als Letztplatzierten folgen Bottrop, Solingen, Herne und Gelsenkirchen.    

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