Zwischen den Jahren 2000 und 2015 ist die Zahl der Arbeitspendler in Deutschland gewachsen. Insbesondere Erwerbstätige in dünnbesiedelten Regionen haben den längsten Arbeitsweg. Eine andere Studie zeigt die Situation speziell bei den Fach- und Führungskräften.

Deutschland bewegt sich. Dies gilt zumindest für die Berufspendler. Jüngste Untersuchungen führen vor, dass immer mehr Menschen zwischen Arbeitsplatz und Haustür pendeln. Besonders viele Menschen pendeln in die Großstädte. Zu diesem Ergebnis gelangten Forscher des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie werteten Statistiken zum Pendelverhalten von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.

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Zentrales Ergebnis: Zwei Drittel der Beschäftigten, in den Metropolen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart arbeiten, leben außerhalb der Stadtgrenzen. Die meisten Pendler allerdings kann München vorweisen. Den wohl größten Sprung hat Berlin hingelegt. Die Pendlerzahl ist seit 2000 um ganze 53 Prozent auf 274.000 Pendler gewachsen.

Die Untersuchung zeigt, dass nicht nur die Zahl der Pendler gestiegen ist: von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer im Jahr 2015. Besonders Erwerbstätige in dünn besiedelten Räumen abseits der Ballungszentren müssen lange Arbeitswege in Kauf nehmen. In großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts legen sie mehr als 30 Kilometer durchschnittlich zurück.

Flächenverbrauch und Verkehrsbelastung steigen

Auch die Zahl der Fernpendler mit einem einfachen Arbeitsweg von mehr als 150 Kilometern ist seit der Jahrtausendwende gestiegen – von 1 Million auf 1,3 Millionen. Für den BBSR-Direktor Harald Herrmann ergeben sich daraus konkrete Konsequenzen. “Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen. Deshalb ist es wichtig, dass die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt hält und das Umland gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden bleibt“, wird er auf der BBSR-Seite zitiert.

Die Online-Jobplattform Stepstone hat in einer eigenen Untersuchung die Fach- und Führungskräfte in den Blick genommen. Sie befragte rund 24.000 Fach- und Führungskräfte zu ihrem Mobilitätsverhalten. Ein Viertel der Befragten benötigt demnach mindestens 45 Minuten für den Weg zur Arbeit. Die meistgenutzten Verkehrsmittel sind der Pkw (65 Prozent), der ÖPNV (22 Prozent) sowie die Bahn und das Fahrrad (je rund 15 Prozent). Etwa jeder fünfte Pendler kombiniert mehrere Verkehrsmittel, um ans Ziel zu kommen. Aus dem Mobilitätsreport geht außerdem hervor, in welche deutschen Großstädte Arbeitnehmer am längsten pendeln.

Platz 9: Leipzig

Für den Weg nach Leipzig braucht nur jeder Fünfte mehr als 45 Minuten – der geringste Anteil unter den zehn untersuchten Großstädten. Wenig überraschend daher auch, dass 73 Prozent der Beschäftigten mit ihrem Arbeitsweg hier absolut zufrieden sind – ein Spitzenwert unter den Großstädten.

Platz 8: Dortmund

26 Prozent derjenigen, die in Dortmund arbeiten, brauchen morgens länger als eine dreiviertel Stunde. Ähnlich wie in Essen liegt die Zahl der Autopendler mit 67 Prozent hoch. Der Report zeigt auch: Dortmunder Fachkräfte sind überdurchschnittlich unzufrieden mit ihrem Arbeitsweg. Sieben Prozent denken sogar über einen Wohnortwechsel nach, weil ihnen der Arbeitsweg zu lang ist.

Platz 7: München und Berlin

Berlin und München liegen gleichauf: Jeweils 31 Prozent der Pendler brauchen pro Strecke länger als 45 Minuten. In keinen anderen Großstädten nutzen so viele Menschen den ÖPNV (Berlin: 53 Prozent, München: 44 Prozent) und so wenige den Pkw (Berlin: 32 Prozent, München: 42 Prozent). Auch die Zahl der Fahrradpendler ist in beiden Metropolen überdurchschnittlich groß (Berlin: 23 Prozent, München: 19 Prozent). Das liegt u.a. auch daran, dass der Anteil derjenigen, die auch in der Stadt wohnen, besonders hoch ist (Berlin: 81 Prozent, München: 69 Prozent).

Platz 6: Hamburg

32 Prozent der Hamburger Arbeitnehmer haben Fahrtzeiten von mehr als 45 Minuten pro Strecke. Der ÖPNV ist vergleichsweise beliebt: 44 Prozent nutzen Bus, Straßen- oder U-Bahn, um zur Arbeitsstelle zu gelangen. Insgesamt 64 Prozent der Hamburg-Pendler sind zufrieden mit ihrem Arbeitsweg.  

Über den StepStone Mobilitätsreport

 

Für den StepStone Mobilitätsreport hat StepStone im ersten Quartal 2018 eine Online-Befragung unter rund 24.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland durchgeführt, darunter waren rund 20.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und rund 4.000 Führungskräfte. Daneben befragte StepStone online rund 4.000 Recruiter und Manager, die für Personalbeschaffung zuständig sind.  


Der vollständige StepStone Mobilitätsreport steht im StepStone Studienbereich zum Download zur Verfügung: https://www.stepstone.de/Ueber-StepStone/knowledge-base/

Platz 5: Köln

Jeder dritte Pendler braucht länger als 45 Minuten für seinen werktäglichen Weg nach Köln. Die Hälfte der Arbeitnehmer nimmt das Auto, um zur Arbeit zu kommen, jeweils rund 27 Prozent pendeln mit dem ÖPNV oder der Bahn – hier liegt Köln im Mittelfeld der untersuchten Großstädte. Gut jeder Zehnte (11 Prozent) erwägt einen Jobwechsel, weil ihm der Arbeitsweg zu lang ist.

Platz 4: Essen

Auch der Weg nach Essen ist für Pendler zäh: 34 Prozent brauchen länger als 45 Minuten. Unter Fachkräften, die täglich in die Ruhrmetropole fahren, ist der Pkw besonders beliebt: 69 Prozent kommen mit dem Auto – ein Spitzenwert unter allen Großstädten, die für den StepStone Mobilitätsreport untersucht wurden.

Platz 3: Stuttgart

Wer täglich in die Technologiestadt pendelt, muss Geduld mitbringen. Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) ist länger als eine Dreiviertelstunde unterwegs. Überdurchschnittlich viele Pendler (43 Prozent) nutzen den ÖPNV, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Das Fahrrad hingegen scheint weniger beliebt zu sein: Mit acht Prozent ist der Anteil der Radpendler in Stuttgart am kleinsten.

Platz 2: Frankfurt am Main

36 Prozent derjenigen, die in die Finanzmetropole pendeln, brauchen länger als 45 Minuten. Ähnlich wie in Düsseldorf ist die Zahl der Menschen, die in Frankfurt leben und arbeiten, mit 37 Prozent ebenfalls verhältnismäßig gering. Auffällig: Nirgendwo sonst pendeln so viele Mitarbeiter mit der Bahn zur Arbeit.

Platz 1: Düsseldorf

Vier von zehn Pendlern, die in Düsseldorf arbeiten, sind länger als 45 Minuten unterwegs – das ist bundesweit Spitze. Eine Erklärung für die lange Fahrtzeit: Nur 36 Prozent der Fachkräfte, die in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt arbeiten, leben auch dort. Weil ihnen der Arbeitsweg zu lang ist, denken sogar 13 Prozent der Befragten über einen Jobwechsel nach.  (bbsr/stepstone/forgsight)

Informationsgrafik: Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit

 

Im Pendleratlas können Informationen zu den Aus- und Einpendlern und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung am Wohn- und am Arbeitsort für jeden Kreis in Deutschland abgerufen werden. Dabei werden die zehn Kreise des unmittelbaren Nahbereiches (ca. 150 km) ausgewiesen, in denen die meisten Auspendler arbeiten bzw. aus denen die meisten Auspendler kommen.

 

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