Mit Smartphones Hunger in Afrika bekämpfen

Obwohl die meisten Menschen in Afrika als Landwirte tätig sind, ist der Kontinent stark auf Lebensmittel-Importe angewiesen. Diese Abhängigkeit möchte die Stiftung von Melinda und Bill Gates mithilfe von Smartphones nachhaltig verändern.

-von forgsight

Smartphones sind inzwischen unverzichtbarer Teil unseres Alltags. Wenn wir E-Mails lesen möchten, den Weg zur nächsten Postfiliale navigieren wollen oder über das Weltgeschehen informieren möchten, kommen wir an den Smartphones nicht mehr vorbei. Mittlerweile arbeiten wir damit, pflegen Freundschaften und Familienbeziehungen und regen uns in sozialen Medien über die Ungerechtigkeiten dieser Welt auf. Jetzt sollen Smartphones den Hunger in Afrika bekämpfen, wenn es nach dem Willen von Melinda und Bill Gates geht.

Afrika ist kein Selbstversorger

In den meisten Ländern Afrikas sind 7 von 10 Menschen Landwirte. Zum Vergleich in unseren Breitengraden sind 2 bis 4 von 100 Personen als Landwirte beschäftigt. Im Gegensatz zu den westlichen Landwirten produzieren die meisten afrikanischen Bauern in erster Linie für den Eigengebrauch. Und trotzdem müssen die meisten Länder in Afrika noch Lebensmittel importieren, um ihre Bevölkerung versorgen zu können. Kurz: Der Kontinent ist nicht in der Lage sich selber zu versorgen.

Oft hängt dies mit den sehr schlechten Ernteerträgen zusammen. Die meisten Landwirte sind in der Bestellung ihrer Äcker schlecht informiert und ausgebildet. Sie wissen nicht, wann sie pflanzen und ernten sollen, wie Dünger eingesetzt wird oder die Pflanzen bewässert werden.

Der Smartphone soll Abhilfe schaffen

Die Bauern insbesondere Frauen sollen mit Hilfe von Textnachrichten bei der Bestellung ihrer Acker angeleitet werden. Sie erhalten auch Wetterberichte oder werden über aktuelle Marktpreise informiert. Dies ist jedoch nur der Anfang.

Das Smartphone soll den Landwirten bei Bank- und Finanzangelegenheiten helfen. Erträge aus dem Verkauf ihrer Ernte sollen so auf die Bank überwiesen werden können. Erstmals sollen sie auch in der Lage sein, Kredite aufzunehmen. Denn zur traditionellen Bankgeschäft, die uns bekannt ist, haben die allermeisten Menschen in Afrika keinen Zugang. Auch soll das Smartphone die Geldbörse ersetzen. Vom Endgerät zum Endgerät werden die Geldbeträge für den Einkauf auf dem Markt überwiesen.

Mit dieser Maßnahme versprechen sich die Initiatoren Melinda und Bill Gates weitere positive Effekte auf die Geschlechtergerechtigkeit, die Bildungssituation und Gesundheitsversorgung.

In 15 Jahren soll auf diese Weise Afrika in der Lage sein, seine Menschen selbst zu versorgen und ihre Abhängigkeit von Importen verlieren.

Mehr Informationen?

Gates Letter: AFRICA WILL BE ABLE TO FEED ITSELF

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