Klimawandel ermöglicht Kreuzfahrten in die Arktis

Die Effekte des globalen Klimawandels werden nun auch beim Tourismus spürbar. Für die einen spannend, für die anderen makaber. Jetzt kann man mit dem Kreuzfahrtschiff in die Arktis. (Foto: rtr)

-von forgsight

Eisbären sind die größten Jagdtiere an Land. Trotz der widrigen Bedingungen des arktischen Klimas sind sie riesige, kräftige Schwimmer und tödliche Jäger. Ihre Population und ihr Lebensraum werden allerdings durch die Erderwärmung im Zuge des globalen Klimawandels gefährdet. Neuerdings können Touristen die Tiere per Kreuzfahrt erleben. Die Erderwärmung lässt es mittlerweile zu, dass Kreuzfahrtschiffe in die Arktis reisen können. Für riesiger Luxusliner stellen Eisschollen und Minusgrade keine Herausforderung mehr dar.

Manche nennen dies “Umweltkatastrophen-Tourismus”. Das Unternehmen “Crystal Cruises” bietet Arktis-Kreuzfahrten auf dem Schiff “Crystal Serenity” an. Das Schiff wiegt über 68.000 Tonnen, ist 13 Decks hoch und kann 1.070 Passagiere beherbergen. Für Interessierte ist so eine Reise ein teurer Spaß. Die günstigste Kategorie liegt bei 20.000 $. Eine Penthouse-Suite ist für 44.000 $ zu haben auf der Jungfernfahrt auf der Nordwestpassage. Die 32-tägige Reise beginnt in Alaska und führt die Küste entlang bis zum Nordpol von wo es nach Grönland weitergeht und in New York abschließt. Vor einigen Jahren wäre so eine Reise wegen des dichten Eises undenkbar gewesen.

Der CO2-Ausstoß eines Kreuzfahrtschiffs ist pro Passagier drei mal höher als der einer Boeing 747. Das makabre dabei ist, dass Reiseführer die Touristen während der Kreuzfahrt auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam machen und aufzeigen, wie sich die Lanschaft in den jeweiligen Regionen im Laufe der Jahre verändert hat.

Den besonderen Anreiz so einer Reise ist vergleichbar mit einem Besuch Kubas unter Castro. Es wird ein Ablaufdatum unterstellt. Irgendwann wird es den polaren Lebensraum nicht mehr geben. Das macht manche natürlich besonders neugierig und motiviert sie zu so einer Reise. Grönland erlebt so einen Aufschwung des Tourismus während die Gletscher schmelzen. In ein paar Jahren könnten die Gletscher Grönlands und die pittoreske Altstadt Havannas der Geschichte angehören. (businessweek/ popular science/ forgsight)

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