Fracking: Innovation zur Lösung des Energieproblems oder ein Schwindel – eine PR-Schlacht

Die Gewinnung von Erdgas durch Fracking ist höchst umstritten. Die Befürworter betonen das wirtschaftliche Potenzial. Die Gegner weisen auf die Umwelt- und Gesundheitsrisiken hin. Beide Argumente seien “Energieverschwendung” sagt das Pestel Institut aus Hannover. Es gehe um übergeordnete Ziele.

Fracking oder besser: Hydraulic Fracturing ist eine Methode zur Gewinnung von Erdgas. Dabei werden Millionen Liter Wasser und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um in den dort vorliegenden Gesteinen Risse zu verursachen. Über diese Risse kann dann nach Angaben der Betreibergesellschaften über Jahre Erdgas abgebaut werden.

Dieses Verfahren ist außerordentlich umstritten. Energieunternehmen und Umweltschutzverbände stehen sich unversöhnlich gegenüber. Während das Mineralölkonzern Exxon Mobile unter www.erdgassuche-in-deutschland.de durch ein breites Informationsangebot der Öffentlichkeit Sorgen abnehmen möchten, hält der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) mit eigenen Informationsmaterialien dagegen. Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung hat der BUND eine Broschüre mit der Überschrift “Ressourcenschwindel Schiefergas” herausgebracht.

Chance für die Energieversorgung oder Verschmutzung des Grundwassers

Für die Energieunternehmen stellt Fracking eine Chance dar, um die Energieversorgung in Deutschland auf Dauer zu gewährleisten. Dabei seien die Erdgasvorkommen weitaus größer, als man bisher angenommen habe. So liege die Erdgasmenge zwischen 6,7 bis 22,7 Billionen m³. “Ausgehend von einem zurückhaltenden Ansatz, dass in Deutschland nur 10 Prozent der Schiefergasmengen förderbar wären, entspräche dies bis zu 2,3 Billionen m³.”, heißt es auf der Website von Exxon Mobile. “Diese Menge wäre nahezu das 200-fache der derzeitigen Jahresproduktion. Dabei sind die Erdgasmengen aus herkömmlichen Erdgaslagerstätten sowie aus Kohleflözen noch nicht eingerechnet.”

Die Gegner des Frackings sehen gravierende Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Die Gefahren dabei seien nicht auf eine Region eingeschränkt. In ihrer Broschüre resümieren die Heinrich-Böll-Stiftung und der BUND: “Viele dieser Auswirkungen sind nicht nur lokal oder lediglich vorübergehend. Im Falle von Wasserkontamination oder Luftverschmutzung können sie auf regionaler Ebene und sogar global und über Generationen hinweg zu spüren sein.“

Fracking ist Teil einer veralteten Rohstoff-Strategie

Das Pestel Institut verweist auf die Relevanz dieser Debatte. Es gehe um übergeordnete Klimaschutzziele und weniger um wirtschaftliche Potenziale oder verschmutztes Grundwasser. Um die Klimaschutzziele halten zu können, darf nur noch ein Teil der bekannten fossilen Ressourcen wie Gas, Öl und Kohle genutzt werden. Dieser Fakt bedeutet, dass die Diskussion um das Pro und Contra von Fracking Energieverschwendung ist. Abgesehen davon sei Fracking Teil einer veralteten Rohstoffstrategie und wird daher vom Pestel Institut grundsätzlich abgelehnt.

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Ausgangspunkt der Gründung des Pestel Instituts waren die beiden ersten Berichte an den Club of Rome: „Grenzen des Wachstums“ und „Menschheit am Wendepunkt“. Heute sind wir als Forschungsinstitut und Dienstleister weiterhin der Tradition des wachstumskritischen Ansatzes aus dieser frühen Zeit des Instituts verpflichtet. In jüngster Zeit rücken dabei verstärkt Aspekte der Widerstandsfähigkeit oder Krisenfestigkeit von Systemen gegenüber Störungen (Resilienz) in den Vordergrund der Betrachtung. Mehr Wissen über www.pestel-institut.de

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