Decarbonisierung: Es geht nicht um Geld, sondern um gutes Leben

Worum geht es bei der Energiewende eigentlich? Glaubt man den meisten Berichterstattungen, dann geht es hauptsächlich um die Kosten der Energiewende. Dabei steht viel mehr auf dem Spiel. Eine klare Kante vom Pestel-Institut.

Die Medien berichten über die Kosten der Energiewende, aber wenig über Ergebnisse, Inhalte und Ziele dieser Mammutaufgabe. Die Kosten betragen etwa 28 Milliarden Euro jedes Jahr. Damit wird jeder private Haushalt jährlich mit 270 Euro belastet. Dank der Medien erreichten diese Informationen nahezu jeden Bürger in Deutschland.

Über die Ergebnisse des Weltklimarats oder des “Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)”, der Anfang der 1990er-Jahre noch unter der Regierung von Helmut Kohl eingerichtet wurde, wird selten berichtet. So fordert der WBGU, die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern bis 2070 auf Null zu verringern.

Wissenschaftler sagen etwas anderes als die Medien

Der Wissenschaftliche Beirat nimmt damit eine ehrgeizige Position ein, die weit über das 2-Grad-Ziel hinausgeht. Mit diesem Ziel hat sich die internationale Klimapolitik nämlich verpflichtet, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen – und zwar auf Grundlage des Temperaturniveaus vor Beginn der Industrialisierung. Um dieses zu realisieren, müssen die CO2-Emissionen bis 2050 um die Hälfte reduziert werden. Zur Erinnerung: Der WBGU fordert die Senkung auf Null Prozent bis 2070.

In den Leitmedien wird der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, dass mithilfe des 2-Grad-Ziels jegliche klimatische Negativwirkungen vermieden werden. Tatsächlich gehen die Wissenschaftler von etwas anderem aus: Erreicht man dieses Ziel tatsächlich, so würden die Effekte eines Temperaturanstiegs mit einer Wahrscheinlichkeit von 66% ausbleiben. Das ist vage. Oder würden Sie bei einer Fluggesellschaft buchen, von der man weiß, dass jedes dritte Flugzeug abstürzt?

Es geht bei der Energiewende nicht um Geld. Es geht viel mehr um die Frage, wie lange Leben, wie wir es kennen, auf diesem Planeten noch möglich ist.

Über Team Eduard Pestel-Institut 21 Artikel

Ausgangspunkt der Gründung des Pestel Instituts waren die beiden ersten Berichte an den Club of Rome: „Grenzen des Wachstums“ und „Menschheit am Wendepunkt“. Heute sind wir als Forschungsinstitut und Dienstleister weiterhin der Tradition des wachstumskritischen Ansatzes aus dieser frühen Zeit des Instituts verpflichtet. In jüngster Zeit rücken dabei verstärkt Aspekte der Widerstandsfähigkeit oder Krisenfestigkeit von Systemen gegenüber Störungen (Resilienz) in den Vordergrund der Betrachtung. Mehr Wissen über www.pestel-institut.de

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