Belgiens neue Sozialarbeiter

Viele Menschen über 80 leben allein, obwohl sie sich selbst kaum noch versorgen können. Belgien startete nun ein Projekt, um nach solchen Menschen zu schauen. Hierbei spielt der Postbote die Schlüsselrolle. (Foto: rtr)

 -von forgsight

In Belgien beauftragte das Sozialamt die Postboten bei Menschen über 80 die Post persönlich abzugeben. Grund dafür sei, um zu schauen, ob diese Menschen noch alleine zurecht kämen oder Hilfe benötigen würden. Zehn Prozent der Bevölkerung in der Stadt Ostende sind über 80. Hier wohnen nämlich mehr alte Menschen als in anderen belgischen Städten. Ein Grund dafür soll die Meeresluft sein, welche die Menschen im Alter an die Küste lockt. Außerdem liegt die Rente in Ostende unter dem Durchschnitt von anderen großen Städten.

Diese Zahlen beunruhigen das Sozialamt der Stadt. Die Gefahr, dass die Senioren vereinsamten, sei hoch, sagt Lucas Vandendriessche. Er ist Direktor des „Social House“, einer Einrichtung für die Bedürfnisse älterer Menschen, und hat das Postboten-Projekt mitinitiiert. Mit dem Projekt wolle man die Leute erreichen, die wirklich Hilfe brauchen, aber nicht von selbst auf einen zukommen, sagte er.

Das Projekt scheint sehr gut bei der älteren Bevölkerungsgruppe anzukommen. Vielen der Rentner scheint es gut zu gehen, doch selbstverständlich finden sich auch einige unter ihnen, um die nicht gesorgt wird. Einige Leute haben kaum Essen, doch stattdessen mehrere Hunde und Katzen. In solchen Fällen greift dann das Sozialamt ein. Es schickt zum Beispiel regelmäßig eine Putzhilfe vorbei oder jemanden, der für die alten Menschen kocht.

Ostende könnte mit dem Postboten-Projekt zum Modell werden. Einige andere belgische Städte haben schon angekündigt, dass auch sie ihre Briefträger bald zu den Senioren schicken wollen. (wdr, dtj, forgsight)

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