„Regelungen für Muslime nur mit Muslimen schaffen“

Das österreichische Islamgesetz aus den Jahren vor dem 1. Weltkrieg wurde vor wenigen Wochen erneuert. Diese Erneuerung bringt für Muslime zwar einige Vorteile, die muslimischen Verbände im Land befürchten aber eine starke Kontrolle und Eingriff in ihre Rechte durch den österreichischen Staat. Einige Tage nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes begannen schon die Diskussionen um ein solches Gesetz in Deutschland. Dazu haben Politiker und Verbandsvertreter ihre ganz eigenen Meinungen. Doch, was denkt eigentlich die Bevölkerung bei diesem Thema?

-von forgsight

Ist es sinnvoll ein Islamgesetz auch für Deutschland zu erstellen? Um dieser Frage nachzugehen hat das Deutsch-Türkische Journal eine Online-Umfrage ins Leben gerufen. Dabei haben die Umfrage-Teilnehmer am Ende die Möglichkeit ihre ganz persönliche Meinung frei mitzuteilen.

Ein Teilnehmer beantwortet die Frage, ob das Islamgesetz auch eine gute Idee für Deutschland ist, mit einem eindeutigem „Ja“! Ein anderer Teilnehmer vertritt eine differenzierte Ansicht und führt an, dass es gar nichts schlechtes an dem Gesetz gäbe. Man müssen „das große Ganze“ sehen. Er behauptet, dass Muslime durch ein solches Gesetz nicht diskriminiert werden.

Die meisten, offensichtlich muslimischen Teilnehmer, allerdings bezweifeln genau dies. Das Gesetz wolle keine Dienstleistung für muslimische Bürger leisten, so ein kritischer Teilnehmer, sondern Kontrolle über den Islam verschaffen.

Vielfalt bedroht?

Ein anderer sieht durch das Gesetz die Vielfalt bedroht: Durch eine „Einkesselung und Rahmensetzung“ bringe man die Vielfalt ganz schnell zum austrocknen. Ein anderer hält allerdings genau dieses Gesetz als eine „tolle Idee im Sinne einer interkulturellen Kommunikation.“ Das neue Islamgesetz bestärke „hoffentlich in der Zukunft den Zusammenhalt und das Verständnis für eine Gemeinschaft zwischen allen Religionsgruppen in Österreich!“

Eine Anpassung an die Situation in Deutschland könne man vornehmen. So ähnlich sieht das auch ein anderer Befürworter des Gesetzes. Im Speziellen hält er die Sprachenregelung für eine gute Idee und berichtet von einem nigerianischen Freund, der Verständnisproblemen in türkischen DITIB-Moscheen hat: „Ich habe einen muslimischen Freund, dessen Familie aus Nigeria stammt. Er würde gerne eine Moschee besuchen. Bei uns gibt es aber nur DITIB­-Moscheen, wo fast nur türkisch gesprochen wird. Das macht für ihn ja keinen Sinn! Warum nicht also auf Deutsch als die Sprache einige, die alle können?“

Bis jetzt haben über 100 Befragte von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, über den Fragebogen hinaus, ihre Meinungen frei mitzuteilen. Diese Zwischentöne demonstrieren, dass das Islamgesetz umstritten ist.

Auch Ihre Meinung ist gefragt! Daher nehmen Sie bitte acht Minuten Zeit, um an der Online-Umfrage teilzunehmen. Alle Angaben, die Sie machen sind anonymisiert. Dazu brauchen Sie nur auf den folgenden Link zu klicken:

http://www.endax.de/limesurvey/index.php/877972/lang-de

Über forgsight-Redaktion 401 Artikel
forgsight.com ist das Ergebnis eines Projekts, das von der Europäischen Union gefördert wurde. Im Fokus des Online-Journals stehen Trends in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie soziale Innovationen. Das Online-Journal wurde durch die Innovations- und Denkfabrik futureorg Institut für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung (www.futureorg-institute.com) entwickelt.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*