Prof.em. Dr. Ursula Boos-Nünning: „Wenn das Bildungssystem nicht veränderbar ist, muss man versuchen mit der Elternarbeit etwas zu bewegen“

Vergangenen Donnerstag fand die Fachtagung des Projekts „Bildungs-Brücken:Aufstieg!“ in Duisburg, in der Mercatorhalle statt. Die Bilanz von drei Jahren Elternqualifizierungsarbeit und Kooperation wurde gezogen. Außerdem stellte Prof.em Ursula Boos-Nünning, eine von mehreren Referentinnen, ihre neuen „Ansätze der Elternbildung in und mit Migrantenorganisationen“ vor.

Kinder mit Migrationshintergrund in ihrem Bildungsweg zu stärken, damit sie durch Bildung besser aufsteigen können und mehr an der gesellschaftlichen Teilhabe involviert sind. Dieses Ziel ist zu erreichen, wenn die Eltern auch gut genug darüber informiert sind. Denn Studien haben ergeben, dass die Eltern aus Migrantenfamilien der guten Bildung ihrer Kinder erheblichen Wert beimessen, jedoch oft nicht gut genug über das Schulsystem oder die verschiedenen Bildungswege informiert sind. Sie bräuchten bessere Unterstützung und Beratung.

Genau hier setzte das Projekt „Bildungs-Brücken: Aufstieg!“ an und versuchte mit Elternforen eine breite Klientel zu erreichen und sie zu qualifizieren. Das Modellprojekt richtete sich an Eltern, die mehr über das deutsche Bildungssystem erfahren und z.B. Schulübergangsmöglichkeiten verstehen wollten. Mit bundesweit 15 Standorten wurden mehrere Hundert Eltern erreicht. Mütter und Väter von Kindern zwischen 0 und 15 Jahren. Die Elternforen wurden in Kooperation mit den Projektpartnern jeweils auf Türkisch, Russisch, Berberisch und Arabisch gehalten. Somit konnten auch Eltern ohne Deutschkenntnisse erreicht werden. Das Modellprojekt Bildungs-Brücken: Aufstieg! wurde von der Otto Benecke Stiftung e.V. durchgeführt. Projektpartner waren folgende Vereine: Türkisch–Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), der Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e.V. (FÖTED), dem Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerk e.V. (DMK), Kultur- und Integrationszentrum PHOENIX – Köln e.V. sowie der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ). Das Modellprojekt Bildung-Brücken: Aufstieg! wurde von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und hatte eine Laufzeit von drei Jahren (2011-2014).

Prof. em. Dr. Ursula Boos-Nünning von der Universität Duisburg- Essen begleitet das Projekt seit 2011 als wissenschaftliche Expertin und unterstütze die Konzeptionalisierung. Auf der Fachtagung betonte sie immer wieder, wie wichtig die Elternarbeit für die Kinder sei. Wenn man das deutsche Bildungssystem nicht ändern könne, so sollte man versuchen durch Elternarbeit bestimmtes zu bewirken. Unter anderem sollte die Elternberatung zur Elternbildung weiterentwickelt werden. Zum Schluss appellierte sie an die Migrantenorganisationen „gebt euch nicht mit den vorhandenen Bildungseinrichtungen zufrieden, baut eure eigenen Schulen und Kindergärten.“ (forgsight/ bildungsbrücken.de)

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