Kommunikation: Strategien gegen den Information-Overkill

Der moderne Mensch in der Digitalisierung steht einem Überangebot an Informationen gegenüber. Er benötigt eine Informationsstrategie. Doch nicht nur er: auch die Unternehmen müssen sich anders positionieren. Dabei müssen sie mehr Kompetenzen beherrschen als früher. (Foto: RiskPlayWin)

Im Digitalzeitalter werden so viele Informationen produziert, dass kein Menschenleben ausreicht, um sie alle zu verarbeiten. Es müssen neue Strategien gegen den Information-Overkill her. Der “forg_letter” geht einen eigenwilligen Weg.

Glaubt man der Studie eines amerikanischen Festplattenherstellers, dann wird die Menge der Daten sich bis zum Jahr 2025 verzehnfachen. 2015 produzierten Privatnutzer und Unternehmer gemeinsam 16,1 Zettabyte. 2025 wird diese Menge auf 163 Zettabyte ansteigen. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen.

Hauptverantwortlicher Treiber für diese Entwicklung ist das Internet der Dinge. In der Zukunft wird diese Technologie vermehrt in Fabriken und in Büros eingesetzt. Maschinen tauschen mit Maschinen Daten aus. Sie bestellen von alleine Materialien oder sorgen für optimale Ruhezeiten der Maschinen, um auf Anforderung Materialien zu bestellen. Im Büro werden Assistenzsysteme die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern erleichtern, so ist zumindest die Hoffnung.

 

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Ähnlich verhält es sich zu Nachrichten. Heute veröffentlicht SPIEGEL Online 700 Artikel jede Woche. Vor dem Internet gab es die Print-Zeitschrift, die nur eine beschränkte Menge an Artikel beinhaltete. Darüber hinaus kommen Blogs, Newsfeeds in sozialen Medien, Kurznachrichtendienste, Foto-Communities und viele weitere Nachrichten-Dienste hinzu.

Kurz gesagt: Der moderne Mensch hat ein großes Problem. Erfreulicherweise ist seine Lebenserwartung gestiegen. Im selben Zeitraum wuchs die Menge an Informationen überproportional an. Er steht einem gewaltigen Überangebot an Informationen gegenüber. Die Zeit eines Lebens würde nicht ausreichen, um alle diese Informationen zu verarbeiten. Das war früher schon schwierig. Heute steht der Mensch vor einer dichten Wolke aus Daten, Informationen, Nachrichten und Ereignissen. Nicht von ungefähr kommt die Forderung, dass die Medienkompetenz von jungen Menschen gefördert wird.

Alles alter Hut: Prosument

Ja, die Konsumenten müssen sich Medienkompetenzen aneignen und eine Strategie entwickeln, um mit dem Überangebot an Informationen umzugehen. Viel gewichtiger ist die zukünftige Rolle von Unternehmen. Denn sie werden in der Zukunft Hauptverursacher einer gegenwärtig unvorstellbaren Datenmenge sein. Auch sie müssen eine Strategie entwickeln, um im dichten Wettbewerb ihre Botschaften und Informationen durchzusetzen.

Dabei konkurrieren sie nicht nur mit anderen Unternehmen. Ihre Zielgruppen selbst produzieren – ob gewollt oder ungewollt – Daten, Informationen und Nachrichten. Noch schlimmer. Die Zielgruppe kann dank sozialer Medien im öffentlichen Raum antworten und dadurch Stimmungen mobilisieren. Alles alter Hut. Prosument ist das Schlagwort, das dieses Phänomen längst beschreibt. Auch hier gibt es inzwischen eine gravierende Veränderung.

Zwischen Privat und Profession mit Hybriden ausgefüllt

Die Rollen, die ein Mensch im digitalen Zeitalter der Kommunikation annehmen kann, hat sich vervielfacht: es gibt keine scharfen Grenzen zwischen Privat und Profession mehr. Die “zwischen”-Sphäre ist gefüllt mit Hybriden. Unternehmer, Blogger, Vater. Chefredakteur, Stimmungsmacher, Porsche-Liebhaber. IT-Projektleiter, praktizierender Muslim, digitaler Evangelist. Journalist, Alt-68er, Hater. Oder positiv formuliert: Unternehmen müssen mehr Medien und mehr Sprachen beherrschen, mehr Zielgruppen und mehr Lebensstile kennen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Der neue forg_letter

Wie eine solche Informationsstrategie aussehen kann, demonstriert das neue Newsletter-Konzept “forg_letter”.

  • Minimalistisch, kurzweilig und zufällig

In knapp gehaltenen Formulierungen bieten Schlagwörter (unterstrichen) dem Leser Führung und Orientierung durch den Newsletter, den er mit einem Blick erfassen kann.

Innerhalb von 60 Sekunden hat er alle relevanten Informationen erfasst und die Artikel nach seinen Interessen sortiert. Dabei sind die Artikel zufällig zusammengewürfelt.

Der Zufall ist ein Mechanismus, um Inhalte vorurteilsfrei anzubieten, die bei redaktioneller Bewertung vielleicht ausgeschlossen worden wären.

Aufgrund dieser Merkmale ist forg_letter kurzweilig. Er knüpft an das Microblogging, obwohl hinter den Links sehr umfangreiche Artikel stehen.

  • Wie es bisher war.

Bisher war der Aufwand sehr groß. aus der Vielzahl der bereits veröffentlichten Artikel eine Auswahl treffen, für den Newsletter editieren, in der Reihenfolge priorisieren, Bilder bearbeiten und hinzufügen. Der Leser hingegen erhielt einen relativ langen Newsletter, den er zeitaufwendig erschließen musste.

Über forgsight-Redaktion 410 Artikel

forgsight.com ist das Ergebnis eines Projekts, das von der Europäischen Union gefördert wurde. Im Fokus des Online-Journals stehen Trends in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie soziale Innovationen. Das Online-Journal wurde durch die Innovations- und Denkfabrik futureorg Institut für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung (www.futureorg-institute.com) entwickelt.

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