Digitalisierung: Fünf Trends im digitalen Marketing

Das digitale Marketing wird sich noch schneller und noch tiefgreifender verändern als in den Jahren zuvor, behauptet Heike Simmet, Professorin an der Fachhochschule Bremerhaven. 

Im digitalen Marketing zeichnen sich vielfältigste neue Entwicklungen ab. Denn die Dynamik des digitalen Wandels beschleunigt sich immer mehr. Fünf Trends im digitalen Marketing verdienen im Jahr 2015 eine besondere Beachtung.

Trend 1: Disruptives Marketing

Die digitale Transformation wird 2015 zu besonders tiefgreifenden Umbrüchen im Marketing führen. „Marketing as usual“ mit einfach etwas mehr Social Media, Content für das SEO, Digital Storytelling oder E-Commerce reicht nicht mehr aus.

Selbst kleine und mittelständische Unternehmen erkennen in 2015, dass eine bloße Weiterentwicklung des klassischen Marketingansatzes und eine hierauf aufbauende Übertragung in die digitale Welt nicht mehr ausreicht, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Denn die digitale Transformation hat nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Ansprüche der Kunden nachdrücklich verändert. Gefordert ist ein neues Marketing für neue digital geprägte Geschäftsmodelle. Disruption erleben wir also auch im Marketing.

Dieses disruptive Marketing muss die traditionellen Regeln von Strukturen und Prozessen im Marketing neu denken und kreativ in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Marketing, Public Relations, Kundenservice und IT umsetzen. Zudem werden die Mitarbeiter und die Kunden neue Rollen übernehmen.

Trend 2: Personalisiertes Marketing

Die Digitalisierung eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Personalisierung nicht nur in der Kommunikation, sondern auch von Produkten und Services, Preisen und Distribution.

Das bislang dominierende Denken in Zielgruppen wird obsolet. Ein individuelles Marketing auf allen Ebenen des Marketing-Mix entsteht.

Individuell gestaltete Kommunikation (sowohl online als auch offline), durch moderne Fertigungstechnologien und 3D-Druck ermöglichte individuelle Produkte sowie die mit Sprachsteuerung bedienbare Personal Digital Assistance lassen sich über individuell präferierte Distributionskanäle abrufen und werden mit individuell kalkulierten Preisen berechnet.

Trend 3: Smartes Marketing

Marketing gewinnt zum einen durch die viel zitierten neuen Möglichkeiten der Big Data Analyse an (künstlicher) Intelligenz.

Zum anderen entstehen durch die synergetische Verknüpfung der Informationspotenziale aus dem Internet der Menschen (Internet of People), dem Internet der Dinge (Internet of Things) und dem Internet der Orte (Internet of Places) völlig neue Möglichkeiten eines smarten Marketings.

Die hieraus resultierenden Potenziale eines allgegenwärtigen Internets (Internet of Anything, Everywhere oder Everything) sind bislang noch nicht einmal ansatzweise gedanklich skizziert worden. Dies gilt insbesondere auch für die damit verbundenen Konsequenzen für den Datenschutz.

Trend 4: Vernetztes Marketing

Es entstehen neue digitale Ökosysteme, die durch strategische Allianzen und digitale Kooperationen getragen werden.

In Zukunft ist nicht mehr die Kompetenz eines einzelnen Anbieters in abgegrenzten Märkten ausschlaggebend, sondern die intelligente Verknüpfung  der Fähigkeiten ganz unterschiedlicher Produzenten und Dienstleister, die es gemeinsam schaffen, dem Kunden einen höchstmöglichen Mehrwert zu bieten.

Dies beginnt mit der Schaffung gemeinsamer Standards für den Datenaustausch, geht über die nutzerorientierte Kreation neuer Leistungsbündel über verschiedenste Märkte hinweg und reicht bis zur gemeinsamen Vermarktung der neuen digitalen Ökosysteme.

So lassen sich beispielsweise die immensen Wachstumspotenziale des neuen Smart Homes oder der Smart City sowie des Connected Cars nur durch das Aufbrechen klassischer Branchen- und Kompetenzgrenzen ausschöpfen.

Trend 5: Visuelles Marketing

Je komplexer die digitale Welt sich innen, d.h. unter der digitalen Oberfläche darstellt, desto einfacher wird sie sich von außen präsentieren. Texte rücken in den Hintergrund zugunsten einer global verstandenen Bilder- und Piktogramm-Sprache.

Bewegtbild und emotional geprägte Bilderwelten schaffen in Zukunft ein Gegengewicht zur rational gesteuerten Welt der Algorithmen. Dieser Trend zum visuellen Marketing wird nicht nur in der Kommunikation der neuen Generation Y und Z, sondern sogar im traditionell aufgestellten B2B-Bereich bereits sichtbar.

Veränderungen im digitalen Marketing erfolgen 2015 noch schneller und noch tiefgreifender als in den vergangenen Jahren. Der Aufbau und die ständige Weiterentwicklung einer digitalen Marketing-Kompetenz werden 2015 mehr als je zuvor bestimmend für den Erfolg im Markt.

Über Heike Simmet 2 Artikel
Heike Simmet ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Bremerhaven. Des Weiteren ist Mitglied im Beirat verschiedener Einrichtungen. Sie ist zudem als Speaker und Beraterin tätig. Mehr Informationen finden Sie unter: http://hsimmet.com
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