Der Sinneswandel der ehemaligen Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel

Die ehemalige Pegida-Frontfrau ist nach ihrem Rücktritt kaum wiederzuerkennen. In einer Video-Botschaft entschuldigt sich Kathrin Oertel bei allen Migranten und vor allem bei den Muslimen für die Hetzkampagne, zu der sie einst beitrug.

Erst trug sie zur Hetze bei, nun entschuldigt sie sich bei allen Betroffenen: in einem selbstaufgenommenen Video fordert Kathrin Oertel, die ehemalige Frontfrau von Pegida, das deutsche Volk dazu auf, keine Spaltungen mehr zuzulassen. Man müsse zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen. Über dem Video, das sie Mittwochnacht via Facebook teilte, zitierte sie den Satz eines Freundes: „Den Linken bin ich zu weit rechts, und den Rechten bin ich zu weit links…..dann wäre ich ja eigentlich genau in der Mitte….und hätte somit alles richtig gemacht!“

„Ich möchte mich heut zu Wort melden, vor allem wegen der zur Zeit stattfindenden Debatte über meine Person, ob es nun von Seiten der Pegida ist oder seitens der Friedensbewegung. Als erstes sollten sich Pegidianer von dem Thema „Verrat“ lösen und die Friedensbewegung sollte sich von dem Thema „Unterwanderung“ lösen, denn beides trifft nicht zu.“ Die Pegidianer müssten begreifen, dass sie nichts anderes tun würden, als die Hetze zu begleiten, die seit dem 11.September 2001 gegen die Muslime anhalte.

Daher würde sie gerne die Gelegenheit ergreifen und sich bei den Betroffenen entschuldigen. „Und da möchte ich hier auch gleich die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Migranten und vor allem bei den Muslimen unter Ihnen zu entschuldigen, die hier in unserem Land friedlich leben, integriert sind, unsere Gesetze und unsere Kultur achten und das sind die meisten von Ihnen und das vergessen hier viele. Ich fühle mich auch […] mitverantwortlich für die Hetzkampagne, die hier losgetreten worden ist und dafür möchte ich mich entschuldigen und ich kann in Zukunft nur alles dafür tun, dass das wieder in Ordnung kommt.“

Am 01.Mai gegen Feindseligkeit demonstrieren

Frieden hieße Dialogbereitschaft und nur so könne man Vorurteile aus dem Weg räumen, so Oertel. Außerdem forderte sie die Deutschen dazu auf, darüber nachzudenken, wie man in Zukunft miteinander umgehen wolle. Es müsse einer anfangen, die Menschen in diesem Land zu verbinden, sodass das Volk wieder zueinander finde. Dies habe sie mit ihrem Kollegen, Frank Gebert, versucht, was nicht nur auf Zustimmung gestoßen sei. Die beiden seien deswegen sogar beschimpft worden. „Das geht zu weit und das gehört auch nicht in unsere Gesellschaft. Wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, sollte man die Möglichkeit nutzen, um sich selbst zu reflektieren.“

Sie und eine weitere Gruppe von Leuten wünschten sich, dass in Dresden nach den Ursachen für die Veranstaltungen gesucht werde, anstatt nach den Symptomen. Geplant sei eine Veranstaltung am 01. Mai auf dem Neumarkt in Dresden um 15:00 Uhr. Dort sollen Menschen zusammenkommen, die den Mut hätten, neue Wege zu beschreiten. Selbst 100 Leute seien genug für einen ersten Schritt. Es müsse endlich aufhören mit der Volksspaltung und der Distanzierung.

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