Demografie: Wieso haben Deutsche 2014 mehr Kinder bekommen?

Über 715.000 Kinder sind 2014 in Deutschland auf die Welt gekommen. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Experten sind nun auf der Suche nach Erklärung für diese positive Entwicklung.

Nach einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2014 mit rund 715.000 die höchste Zahl an Geburten seit über 10 Jahren zu verzeichnen. Sind dies, wie erste Spekulationen vermuten, die Kinder der Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre? Wohl eher nicht!

Die stärksten Jahrgänge waren 1964 und 1965 zu vermelden und deren nachgeborene Jahrgänge wiesen rund 30 Jahre später, also um 1995, die quantitative Spitze auf. Der Echo-Effekt auf den Echo-Effekt ist somit erst für die Zeit nach 2025 zu erwarten. Auch die erhöhten Zuwanderungen können kaum als Erklärung herangezogen werden, weil die quantitative Zusatzwirkung auf die fertilen Jahrgänge schlicht zu gering ist.

Von der Wirtschaftsmacht zur „elternfreundliche Nation“?

Was bleibt als Erklärung? Sicher die in Deutschland vergleichsweise stabile wirtschaftliche Situation. Aber allein und auch mit den höheren Zuwanderungen eigentlich nicht ausreichend. Vielleicht zeigen sich nun erste positive Wirkungen des Ausbaus der Betreuungsangebote vom Säugling bis zum Schulkind.

Die Durchgängigkeit der Betreuung von der Krippe über den Kindergarten bis zur Ganztagsschule galt Vielen – auch uns am Pestel Institut – immer als Voraussetzung für eine dauerhafte Erhöhung der Geburtenhäufigkeit. Sicher muss die weitere Entwicklung abgewartet werden, aber es besteht doch die berechtigte Hoffnung, dass die Wandlung der „Wirtschaftsmacht“ Deutschland zur kinder- und, fast noch wichtiger, elternfreundlichen Nation Früchte trägt.

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Ausgangspunkt der Gründung des Pestel Instituts waren die beiden ersten Berichte an den Club of Rome: "Grenzen des Wachstums" und "Menschheit am Wendepunkt". Heute sind wir als Forschungsinstitut und Dienstleister weiterhin der Tradition des wachstumskritischen Ansatzes aus dieser frühen Zeit des Instituts verpflichtet. In jüngster Zeit rücken dabei verstärkt Aspekte der Widerstandsfähigkeit oder Krisenfestigkeit von Systemen gegenüber Störungen (Resilienz) in den Vordergrund der Betrachtung. Mehr Wissen über www.pestel-institut.de
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  1. forgsight.com – Demografischer Wandel: Der Windel-Index

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