Boomende Metropolen, sterbende Dörfer

Deutschlands Jugend zieht vom Land in die Städte. Die Folgen sind hohe Mieten in den Metropolen – und Geisterstädte in der Provinz. Dort kämpfen Betroffene gegen Schwund und Stau. (Foto: rtr)

 -von forgsight

Alle reden über teure Städte, hohe Mieten, knappe Kitas. Doch das alternde Land leidet zeitgleich an Schwindsucht und Wachstumsschmerz. Für Bürger und Staat wird die geteilte Republik nicht billiger. Städte müssen neue Kitas und Baugebiete finanzieren. An den bröckelnden Rändern Frieslands, der Lausitz, im Bayerischen Wald oder Ruhrgebiet werden Abwasser, Busse und Schulen teuer. Mit den Abwanderern fehlen deren Kinder. Doch vor Ort finden sich pragmatische Ansätze gegen Schwund und Stau.

Viele deutsche Jugendliche ziehen vom Land in die Stadt. Dies soll ein Grund dafür sein, warum die Metropolen boomen und die Dörfer aussterben.

Er herrscht das Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Wer Mangel spürt, muss sich auf noch weniger einstellen. Wer es bereits auskömmlich hat, darf noch mehr erhoffen.

Einzelne Wohlstandsinseln ragen aus dem Meer empor. Es sind „Schwarmstädte“ – Universitätsstädte, Wirtschaftszentren oder Sehnsuchtsorte wie Berlin oder Leipzig. Der Ökonom Harald Simons vom Forschungsinstitut Empirica hat den Begriff geprägt. Schwarm wie Vogelschwarm: Die Jungen, die zunehmend zur Minderheit werden, würden die Provinz verlassen, erklärt er. Schwarm könnte auch Schwärmerei bedeuten. Dort, wo die Jungen herkämen, hätte vielleicht der letzte Club dichtgemacht und wo sie hinwollen, herrsche pralles Leben, sagt Simons. Sie würden hübsche Orte wie Würzburg, Münster und Jena anpeilen – oder den Wohlstand in Hamburg, Darmstadt und Aachen. (Wirtschafts Woche/dtj/forgsight)

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